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...ich habe gerade meine extrem gepflegte RP23 aus 2012 mit 40tkm einem Händler verkauft, weil die große Inspektion fällig war, ich dabei auch die Umlenkhebelei abschmieren wollte und mich das alles sehr viel Zeit gekostet hätte. Normalerweise mache ich alles selber, aber derzeit fehlen mir die Zeit und die Nerven dazu. Das hätte ich natürlich auch alles vom Händler machen lassen können, aber für mich war das jetzt der Anlaß, auf ein AE-Fahrwerk umzusteigen.
AE Fahrwerk: Bei uns werden die Straßen immer schlechter und nachdem ich seit einigen Monaten schon ne Honda mit aktivem Fahrwerk habe, weiß ich es zu schätzen, was so ein Fahrwerk auf Knopfdruck so alles kann. Das der Honda ist sogar nur semiaktiv (Federvorspannung muss manuell gemacht werden), aber dynamisch. Es paßt die Federung (Zug- und Druckstufe) während der Fahrt automatisch auf die Straßenverhältnisse an. Ich mag das sehr. Aus diesem Grund wollte ich eine AE haben, bei der man das Fahrwerk über ein Menü auch mal während der Fahrt auf soft stellen kann, wenn die Straßen wieder mal übel sind...
RP23A weg und ne RP28AE geholt: Meine RP23 wurde eigentlich für ne RP28AE in Zahlung gegeben, beide hatten fast gleiche Laufleistungen. Die RP28 hatte ne frische Inspektion inkl. Umlenkhebelei, neuen Reifen etc. Es gab die üblichen Lackkratzer am Spiegel und ne Verfärbung am Tank. Sonst war sie einwandfrei und fast original (mit Komfortsitzen, Koffern und nem alten TomTom Navi, kein Topcase). Der Zustand war wirklich gut.
Geld: Ich hatte etwas oberhalb von 4k als Aufpreis vereinbart. Jeder kann für sich selbst bestimmen, was einem ne RP28AE wert wäre. Der Händler wollte faire 12k. Formal könnte ich sagen, dass ich auch die 12k für die "Neue" gezahlt habe, was ich persönlich fair finde für den Zustand und weil sie mit Gewährleistung vom Händler kam. In der Folge hätte ich für meine RP23 nach 16tkm gefahrenen Kilometern in 4 Jahren knapp 8k bekommen, was viel war, wenn ich die derzeitige Marktlage sehe. Vor 4 Jahren hatte sie mich 8.500 gekostet, was damals m.E. ein Schnäppchen war (Koffer, Topcase, Sturzpads, Navihalter, MV-Lenkererhöhung, Tankrucksack, Innentaschen...)
ABER:
AEs von privat: Es gab auch diverse AEs von privaten Anbietern. Diese hätten meine RP23 natürlich nicht in Zahlung genommen... Dort war die mit günstigste eine super gepflegte RP23AS aus 2013 mit 27tkm für 8.500 Euro, welche ich fast gekauft hätte. M.E. ein super Preis für ne hervorragend gepflegte AS. Es gab auch hier im Forum eine AS mit mehr Kilometern. Die Preisidee ist sicherlich bekannt. Im Netz waren die ansonsten für mich interessantesten zwei "dunkle" (Tech grey oder so) mit fast Vollausstattungen. Der eine wollte 13.700 Euro für 19tkm Laufleistung und Topzustand, der andere wollte (und will wohl noch) 14.000 Euro für knapp 15tkm Laufleistung und ähnlichem Zustand, aber weniger Ausstattung (keine Akra, kein Superbikelenker). Einige unter Euch kennen die sicherlich...
Final dann zu meinem "Deal": Ich habe die vom Händler doch nicht genommen und ihm meine RP23 für sehr wenig Geld dagelassen, ohne seine RP28AE zu nehmen. Er kannte meine RP23 und den hervorragenden Zustand. Seine RP28 AE wird er wohl wieder anbieten. Da ich sie kenne, kann ich sagen, dass dies ne gute FJR ist...
Bei mir ist es jetzt eine normale RP28AE (keine AS) aus 2017 geworden. Sie hat 19tkm, fast Vollausstattung inkl. Akrapovic, Superbikelenker (den wollte ich unbedingt haben), Yamaha Sturzpads, Verkleidungsverbreiterungen unten, Komfortsitzbank usw.. Die Originalteile sind dabei. Entscheidend für mich war vor allem die geringe KM-Leistung und der Superbikelenker. Denn den wollte ich unbedingt haben. Gezahlt habe ich keine 13.700, es war erheblich weniger.
Meine Eindrücke aus all diesem hin und her: Die Preise für die modernsten Varianten der FJR (RP23 und RP28) sind irrational niedrig. Ältere Varianten werden teils ja schon für unterhalb 2k fast verschenkt. Neue FJR gibt es hierzulande nicht mehr und weil die FJR so nen tollen Ruf hat und immerhin über rd. 20 Jahre einen hervorragenden Reifegrad erreicht hat, ist nach Meinung meines Händlers aktuell zwar ne "komische Zeit", aber das gab es schon mal und sollte sich wieder legen. Ne gewisse Nachfrage nach FJRs gibt es bei ihm immer. Er kennt die FJR sehr gut, hat mehr als 200 neue davon verkauft. Letztlich glaubt auch er, dass die Preise wieder anziehen. Die derzeitige miese wirtschaftliche Lage hat auch nen großen Einfluß.
Info am Rande zu Inzahlungnahmen: Ich hatte wegen des hohen Gewichts der FJR mal bei anderen Herstellern geschaut und mich auch für neuwertige BMW R1250 RS (Shiftcam-Motor ab 2023) interessiert. Kein BMW Händler wollte einfach so meine FJR in Zahlung nehmen. Motorräder, die 8 Jahre und älter sind, nähmen die aus Prinzip nicht in Zahlung. Einer hätte mich zwar an nen "fliegenden Händler" vermittelt und der mich dann sicherlich mit nem Spottpreis abfertigen wollen. Aber sowas mag ich nicht. Wenn die BMW Händler nicht wollten, dann wollten sie halt nicht
fr
Mitglied 2692, (EX-RP23A) seit 05.26 RP28AE aus 04.16, diverse andere Motorräder, GTS 4.0
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